Berlin Brandenburger Tor

Auf Kurzbesuch in Berlin – Oder: Wie Irina Nach 10 Jahren Berlin Wiederentdeckte!

by Irina Malenko on 26. Juli 2011

Wenn man mal vom vergangenen Wochenende absieht, war ich vor 10 Jahren das letzte Mal in Berlin. Damals war ich gerade mal 15 Jahre alt und hatte von nichts einen Plan. Gut, das mag heute immer noch so sein, aber das tut hier nichts zur Sache. Jedenfalls hatte ich sehr kurzfristig die Möglichkeit bekommen Berlin von Freitag bis Sonntag einen erneuten Besuch abzustatten um dort den lieben Menschen von mirapodo bei ihrem neuen Werbespot mitzuhelfen.

Irina in Berlin

Es ging alles ziemlich schnell und die Zusage für den Dreh kam unerwartet. Mit halbem Auge überflog ich den Castingaufruf mirapodos, beschloss mitzumachen, schob es dann immer wieder vor mir her bis die Deadline gefährlich nahe rückte. Dann nahm ich doch ganz fix in 30 Minuten ein kurzes Castingvideo auf, verzweifelte fast am Schnitt, weil Adobe Premiere mal wieder ihre Tage hatte und rumzickte, aber am Ende hat dann doch noch alles gerade so geklappt, sodass ich das Video hochladen konnte. 2 Stunden später war die Sache dann auch wieder vergessen.

Dann letzten Dienstag – ich auf Elternbesuch in Kiel – checke kurz vor der Heimreise nichtsahnend meine Emails und finde zwischen zahllosem Erotik-Spam und etlichen Shop-Newslettern eine Mail von mirapodo mit der Nachricht, ich gehöre zu ihren Finalisten. Ich darauf in einen kurzen Fistpump-Dance ausgebrochen, geantwortet, nix.

Also wurde mit dem Handy am Ohr geschlafen, denn in der Mail steht was von einem Telefonat und tatsächlich, am nächsten Morgen um 12.07 Uhr klingelt es, ich gehe noch völlig schlaftrunken ran und bemühe mich wach zu klingen. Nicht mal 10 Minuten später falle ich dann wieder total müde aber glücklich zurück ins Bett; die Zusage war fest und ich beim mirapodo Werbespot dabei!

1 1/2 Tage & ein paar Emails später sitze ich dann also morgens um 8 Uhr im ICE Richtung Berlin. Als ich um halb elf bei mirapodo im Büro ankomme, werde ich von vielen fremden Gesichtern beäugt & begutachtet. Alle sind sehr freundlich, doch ich bleibe skeptisch.

Wahrscheinlich sind die Hauptdarstellerinnen doofe Divas!“ denke ich. Als jemand, der die zweifelhafte Ehre der Zweitbesetzung inne hatte, welche wiederum gekoppelt an eine Komparsenrolle war, war ich nicht unbedingt erpicht darauf zu sehen wer die „bessere“ Konkurrenz war. Mit leicht angekratztem Ego saß ich also auf dem Besuchersofa und wartete darauf, dass es weiterging. Als die Darstellerinnen dann 1 Stunde später eintrudeln, lächeln mir entgegen meiner Erwartungen 2 total sympathische Mädels entgegen, mit denen ich mich auf Anhieb gut verstehe.

Wo ist der Haken?“ rattert es in meinem Kopf. Irgendwas oder irgendwer muss doch blöd sein hier. Als mir dann zum 10.Mal was zu trinken/essen angeboten wird, gebe ich schliesslich auf. Das sind alles grundgute Menschen mit Manieren und Freude an ihrem Job. Sowas! Na gut, vielleicht ist ja das Hotel blöd.

Fehlanzeige. Hotel zentral, sauber, nett, Personal freundlich. Kein Luxusschuppen, aber wer braucht den schon? Abends dann Essen gehen & Drinks mit den Geschäftsführern von mirapodo. Endlich kann ich mich über eines meiner Lieblingsthemen auslassen ohne dass man deswegen sofort die Augen rollt.

Am Samstag dann der Dreh. Um 11 Uhr werde ich abgeholt und zum mirapodo-Büro chauffiert. Dort herrscht bereits reges Gewusel: Menschen, die entweder mit Essen oder technischem Equipment hin- und herlaufen, emsig Listen abhaken, in Walkie Talkies flüstern oder gespannt vor den Kontrollmonitoren sitzen und den Darstellern beim Darstellen zugucken.

Auch im Drehstress bleiben alle freundlich miteinander. Vom netten Tonmann, der mich schüchtern im Fahrstuhl anlächelt bis hin zum gesprächigen Caterer, der mir bei meiner Ankunft am Set sofort ein koffeinhaltiges Heissgetränk anbietet.

Für mich gehts erstmal ab in die Maske und dann zum Stylisten. Es ist brütend heiss und ich merke, dass die Strumpfhosen samt der Strickjacke, die Teil meines Kostüms sind, mir Hitzewallungen bereiten. Als dann ein paar Stunden später „meine“ Szene gedreht wird, wird unter dem Megawattlicht im Akkord geschwitzt und die beiden Maskendamen sind nur mit dem Abtupfen und Abpudern der Darsteller beschäftigt.

Am frühen Abend heisst es dann für mich Feierabend & Drehschluss. Erschöpft aber glücklich fahre ich mit einer der Hauptdarstellerinnen zurück ins Hotel um 1 Stunde später mit ihr Berlin bei Nacht zu Fuß zu erkunden. Irgendwann um halb 2 sind wir um viele Eindrücke reicher. Von etlichen Touristen, genervten Berliner Einheimischen bis hin zu diversen Szene-Hipstern (hatte ich schon erwähnt, dass genau am selben Wochenenende die Berlin Fashion Week war?) ist uns des Abends so ziemlich alles und jeder über den Weg gelaufen. Inklusive zweier feuerschwingender Damen mit bulgarischem Akzent.

Sonntag heisst es dann Ausschlafen, duschen, heimlich Frühstück abstauben, Sachen packen und auschecken. Mein Zug fährt erst um 19 Uhr, also werden die letzten Stunden in Berlin bei perfektem Sonnenwetter im Park verbracht. Inklusive einem Gewaltmarsch entlang der Spree. Schön war das. Danke, Berlin & bis bald vielleicht!

Fotos vom Berlin-Trip

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