Sun and Signs von Sandman (via flickr)

Nägel mit Köpfen – Körperdesign 2.0

by Irina on 21. Dezember 2010

Today is the start of something wonderful… sorry für all das viele Englisch hier in letzter Zeit. Auf Deutsch hat es für mich einfach nicht dieselbe Poesie. Woher aber kommt mein überschwenglicher, fast untypischer Enthusiasmus eigentlich?

Dazu muss ich zunächst etwas weiter ausholen. Zu meinem Körper pflegte ich stets eine Art Hassliebe. In den Grundzügen gut, aber alles irgendwie nicht ausgearbeitet. Aus einem mir nicht ersichtlichen Grund war und bin ich die einzige in der Familie, die stets auf ihr Gewicht achten muss; die mit den 5-15kg (je nach Lebensphase) zuviel auf den Rippen. War schon immer so; ich war halt das kleine Pummelchen der Familie.

Während meiner Jugend und auch später habe ich viele Gewichtsschwankungen durchlebt. Von superschlank (56kg) mit 15 bis oh-oh-pummel-grenzwertig bei 77kg, meiner bisher höchsten Wiegung, mit 21. Und ungefähr allen Stationen zwischen diesen beiden Kilozahlen. Letztendlich komme ich aber immer wieder in die 5-10kg-zuviel-Zone. Diesen Umstand habe ich wohl hauptsächlich meinem bewegungsarmen Lebensstil zu verdanken; verbringe ich doch mehr als die Hälfte meines Tages sitzend am Computer und das ohne jeglichen sportlichen Ausgleich zu haben. Nicht, dass ich’s nicht mit Sport versucht habe. Kardio- & Fitnesstraining, alles gut und schön, aber ich bin nie über den Punkt hinaus gekommen an dem ich fand, dass es nicht mühevoll war auf den Stepper zu steigen. Und ich hab’s echt versucht; diszipliniert und verbissen über Monate hinweg trainiert ohne dass die gefühlten Mühen und Qualen den Resultaten gleichwertig gegenüberstanden. Fazit: Am Ende schläft jeglicher Sportversuch doch immer wieder ein.

Mittlerweile bin ich in meinen Mittzwanzigern und Gott sei Dank sind die Pummelzeiten größtenteils ausgestanden. Mein Körpergewicht hat sich auf ein akzeptables Niveau um die 67kg (+/- 1-2kg) bei einer Körpergröße von 1,69m eingependelt. Ich befinde mich an einem Punkt, an dem ich meinen Körper mag und schön finde (Nebeneffekt meiner Schauspielausbildung!), aber trotzdem noch viel Potenzial zur Verbesserung sehe.

The 4-Hour Body von Timothy Ferriss

Und heute, so habe ich beschlossen, ist der Tag an dem ich anfange mein körperliches Potenzial zu maximieren. Und zwar unter den folgenden Gesichtspunkten: Ästhetik, Leistung und Gesundheit. Schöner, schneller & gesünder also. Wie ich das anstellen will? Mit Hilfe von Timothy Ferriss‘ neuestem Buch, das den bedeutungsvollen Titel trägt: The 4-Hour Bodyamazon (An Uncommon Guide to Rapid Fat-Loss, Incredible Sex, and Becoming Superhuman: The Secrets and Science of Rapid Body Transformation). Ein wunderbares Buch für alle, die ihren Körper umgestalten wollen; was wohl, wenn wir ehrlich sind, ungefähr jeden Menschen in der Ersten Welt einschließen dürfte.

Die Methoden und die damit einhergehende Ernährungsumstellung, die im Buch thematisiert wird, sofern Gewichtsverlust die Priorität ist, definiert sich als Slow Carb Diet und ist mir eigentlich nicht fremd. Da ich Timothy Ferriss schon bereits seit seinem ersten Bestseller, The 4-Hour Workweekamazon, folge, ist mir diese „Diät“ bekannt, da er sie schon mal in seinem Blog vorgestellt hatte. Ich habe sie sogar bereits ausprobiert. 2x. Kurz in 2007 und dann nochmal in 2008. Der erste Versuch war ein kompletter Reinfall aufgrund fehlender Veränderungsbereitschaft und Passion. Beim zweiten Mal hielt ich es etwa 2-3 Wochen durch, schlussendlich habe ich aber doch die weisse Flagge gehisst, da sich die „Slow Carb„-Ernährungsumstellung mit meinem temporären Vegetarier-Dasein und körperlicher Volllast während der Schauspielausbildung überschnitten hat und somit energietechnisch ein einziges Fiasko war.

Dieses Mal aber bin ich schlauer, motivierter und fokussierter. Ich habe die Zeit sowie die nötige Disziplin und Willensstärke um das Ganze endlich mal durchzuziehen und dem ewigen Gejammer vor dem Spiegel ein Ende zu bereiten. Los geht’s also!

Wer wissen möchte wie die Slow Carb Diet im Genauen aussieht, sollte sich am besten das Buch kaufen und selber nachlesen (kostet 20.70 €, bisher nur auf Englisch erhätlich) oder diesen Blogpost lesen und dann das Buch kaufen.

UPDATE (31.12.2010): Das Buch kann man nun auch in Deutsch vorbestellen: Der 4-Stunden-Körperamazon. Es kostet 19.95 € und wird wohl am 23.05.2011 auf dem deutschen Markt erscheinen. Wer keine Lust hat solange zu warten und der englischen Sprache einigermaßen mächtig ist, sollte einfach auf das Buch in Originalsprache zurückgreifen; preislich gesehen macht es ja fast keinen Unterschied.

Für alle klickfaulen, hier eine grobe Übersicht:

Slow Carb Diät (nach Timothy Ferriss)

  • Regel #1: Vermeide „weisse“ Kohlenhydrate. Verboten ist also: jegliche Art von Brot, Reis, Müsli, Kartoffeln, Pasta sowie alle frittierten Speisen mit brot-basierten Panaden.
  • Regel #2: Iss dieselben wenigen Mahlzeiten immer und immer wieder. Jede der Mahlzeiten sollte aus Proteinen, Hülsenfrüchten und Gemüse bestehen.
  • Regel #3: Keine Kalorienzufuhr durch Trinken. Erlaubt/Empfohlen wird viel Wasser, ungesüßter (Eis-)Tee, Diätgetränke oder Kaffee (ohne Zucker oder Milch). Verboten sind Milch, Softgetränke wie Cola, Fanta, Sprite und Fruchtsäfte.
  • Regel #4: 1x pro Woche ist Sündigen erlaubt. Empfohlen wird hierbei der Samstag, an dem jegliche Essensrestriktionen keine Gültigkeit haben. An diesem Tag darf man alles essen worauf man Lust und Appetit hat. Es wird sogar nahe gelegt an diesem Ausnahmetag die Kalorienzufuhr enorm zu steigern, damit der Stoffwechsel sich nicht zu sehr an die veränderten Essgewohnheiten und die verminderte Kalorieneinnahme gewöhnt.

Es ist nicht der einfachste Ernährungsplan, aber doch machbar, wenn man einmal die Anpassungsschwelle überschritten hat (was laut dem Autor so etwa 1 Woche erfordert). Ich bin seit letztem Mittwoch/Donnerstag dabei und merke wie sich mein Stoffwechsel langsam auf die neuen Lebensmittel und die veränderten Ernährungsumstände einstimmt. Hungerattacken oder derartiges habe ich zwar nicht, aber der kleine Nachtisch nach dem Abendessen fehlt mir doch noch sehr. Trotzdem: was meinen Energielevel betrifft, so fühle ich zu meiner sonstigen Ernährungsweise absolut keinen Unterschied (den Hülsenfrüchten sei’s gedankt!) und noch gehen mir die ganzen Eier zum Frühstück nicht, nunja, auf die… Nerven. Dafür habe ich aber bereits 1.7kg in 4 Tagen verloren und wiege jetzt 66kg.

Als weiteren Messwert meiner Ernährungsumstellung habe ich heute auch diverse Umfänge meines Körpers genommen (Arme, Taille, Hüften, Beine) um sie im weiteren Verlauf miteinander vergleichen zu können. Als nächstes kommt dann die Messung meines Körperfetts, der jetzt laut Buch geschätzterweise Pi x Daumen wohl bei noch hohen 18% liegen dürfte.

Weitere Körperdesign-Updates werden folgen… Der Druck der hypothetischen Öffentlichkeit meines Selbstversprechens sollte mir hierbei genug Handlungsdrang und Disziplin einschärfen.

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